Fahrenheit ist ein Adventure Spiel von 2004. Aber eigentlich ist es kein Adventure es ist ein interaktiver Film. Ich hab es schon vor ca. 2 Wochen beendet, aber weil mir grad danach ist, und weil dieses Blog ja nicht immer nur durch meine Spielerlebnisse erweitert werden soll, schreib ich jetzt mal nen Test.
Die erste Frage ist immer wenn es aufgrund der Genre Beschreibung nicht ganz so klar ist. Was macht man denn eigentlich in diesem Spiel?
Eigentlich nicht viel, im Wesentlichen besteht das Spiel aus 3 Minispielen die ich im Folgenden beschreiben werd. Aber fangen wir doch zuerst mal mit einem viel wesentlicheren Punkt an, das Drum heraum die Story und was soll dieses Spiel den eigentlich?
Es beginnt in diesem Diner an einem kalten Wintertag. Lucas einer der drei Hauptcharaktere sitzt in der Toilette, er hat sich gerade mit einem Messer die Pulsadern aufgeschnitten, plötzlich durchfährt es ihn, seine Augen rollen, er stürzt aus der Toilette, und rammt das Messer in einen andern Mann. Dann erwacht er/ihr, ist vollkommen entsetzt was er getan hat, muss den Tatort reinigen und schließlich von ihm flüchten. Als er die Toilette verlässt teilt sich die Kamera man sieht den nahenden Polizisten, während man nach einer Fluchtmöglichkeit sucht. Dieses Stilelement sowie die gesamte Inszenierung sind sehr atmosphärisch gemacht. Direkt danach erreichen Detektive Clara und ihr Partner den Tatort. Was ist hier geschehen. Ihr müsste es in Form der Polizisten nun untersuchen.
Diese erste Szene ist so dermaßen gelungen wie ich es selten in einem Spiel erlebt hab. Es verspricht ein spannender Thriller zu werden. Ihr steuert dabei abwechselnd immer wieder die 2 Polizisten Clara und Tyler sowie Lucas. Recht schnell stellt sich heraus, dass nicht alles mit rechten Dingen zugeht also nicht mit natürlichen. Die Geschichte gewinnt an Fahrt, fesselt vor den Bildschirm. Leider flacht sie, dass sei verraten gegen Ende etwas ab, gleitet ins absurde. Das ist ziemlich schade für die sonst guten Ansätze.
Kommen wir aber nun endlich zum Gameplay. Ihr steuert die Charaktere über die Pfeiltasten. Am oberen Bildschirmrand werden Symbole eingeblendet mit denen ihr mit der Maus interagieren könnte. Dazu müsst ihr immer die linke Maustaste gedrückt halten und immer eine bestimmte Bewegung nachfahren. Gespräche funktionieren genauso, ihr könnt die verschiedenen Antwortmöglichkeiten auswählen indem ihr die Maus in eine Bestimmte Richtung bewegt, währenddessen tickt eine Stoppuhr, hier ist also schnelles überlegen gefragt. Kommt es zu Action Passagen muss die Spielfigur oft rennen, oder etwas von sich stoßen dies geschieht im zweiten zu erwähnenden Minispiel. Dazu ist es vonnöten gleichmäßig auf die beiden Pfeiltasten zu hämmern, bis sich der Balken auffüllt. Kennt man vielleicht aus anderen Spielen. Das spaßigste Minispiel setzt bei Kampf Sequenzen ein. Auf dem Pfeil und Nummerblock müssen abwechselnd oder gleichzeitig Tasten gedrückt werden nachdem sie farblich markiert auf dem Bildschirm erscheinen. Das geht auch mit der Tastatursteuerung nach ein wenig Übung hervorragend von der Hand, später macht es wirklich Laune wie die Hände schneller die Tasten drücken als das Bewusstsein reagieren kann. Nervig nur, im Spiel sind das meist wunderschön inszenierte Bullettime Kämpfe, von denen man allerdings kaum etwas mitbekommt, weil der Fokus auf den nach zu drückenden Farbmarkierungen liegt. Das wars auch schon fast.
Ach ja eine Variante gibt’s dann doch noch, Kletterpassagen bei denen in einer bestimmten Abfolge mal wieder Linien mit der Maus nachgefahren müssen. Hat man eine Kletterstufe vergeigt z.B aufgrund der ablaufenden Zeit, stürzt der Charakter ab und man muss von vorn beginnen. Bei einem Zaun kein Problem, in einer Sequenz wo man eine Regenrinne erklettern muss, darf man bei Versagen einen ganzen Abschnitt neu spielen.
Neben all diesen Dingen gibt es noch ein an die Sims erinnerndes Spielelement. Alle Spielfiguren besitzen eine Gemütsanzeige die verrät ob die Figur viel Energie besitzt, es ihr gut geht oder ob sie depressiv zu werden droht. Sollte eines von beiden Dingen der Fall sein, bricht das Spiel ab. Beispielsweise stellt sich Lucas bei Depression gleich der Polizei. Abgewendet werden können diese Effekte in denen man die Figur z. B einen Kaffee trinken oder etwas auf der Gitarre spielen lässt. Dieses Element stellt sich als nettes Gimmik heraus das die Figuren glaubwürdiger und lebendiger wirken lässt. Sehr cool man kann in Lucas Wohnung auf der Gitarre im Action Stil verschiedene Songs spielen. Das erinnert irgendwie ein wenig an Guitar Hero.
Pros: – Größtenteils spannend inszenierte Geschichte
- Glaubwürdige Charaktere
- Stimmige Präsentation
Cons: – Späteres abflachen der Geschichte
- Reine Minispielsammlung
- Kaum Rätzel
Fazit : Fahrenheit ist mit Sicherheit eines der ungewöhnlichsten Spiele der Geschichte. Oder ist es überhaupt kein Spiel? Ein interaktiver Film. Was auch immer. Das es eigentlich nur dreieinhalb Minispiele stört bei der anfangs hervorragenden Geschichte wenig. Die Möglichkeit das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven und durch unterschiedliche Charaktere wahr zu nehmen fesselt enorm. Leider nimmt die Qualität der Geschichte gegen Ende enorm ab, so das zumindest mir ein gepflegtes wtf. Des Öfteren durch den Kopf wanderte. Das ist besonders schade weil Fahrenheit vor allem durch die Geschichte reizt, und die Geschichte viel Potential hat bzw. man sie anderes gestalten hätte können.
Neben den genannten Punkten laden die vielen Details und die glaubwürdigen Spielfiguren zu einer immer währenden Beschäftigung mit diesem Werk ein.
Also insgesamt wirklich eine nette bis großartige Erfahrung.
Das Spiel dauert ca. 6 Stunden und ist im Handel für unter 10 Euro erhältlich.
Es lohnt sich also mal rein zu schauen.
Ich würde 83 Punkte geben oder um es zu vereinfach 8/10